Präventionsprojekt "Jugend ohne Alkohol" - Medien und Süchte

Vier Stationen – viele wichtige Impulse: Wenn Prävention zum Nachdenken anregt

Präventionsprojekt „Jugend ohne Alkohol (Medien & Süchte)“ informierte rund 500 Schülerinnen und Schüler im Schulzentrum Oberpleis

Gebannte Stille herrschte im Klassenraum des Gymnasiums am Oelberg, als eine Betroffene von ihrem Kampf gegen die Alkoholsucht erzählte. Sie berichtete, wie die Sucht ihr Leben beeinflusst hat. Es war einer der vielen eindrücklichen Momente des Projekts „Jugend ohne Alkohol (Medien & Süchte)“. Das Projekt fand zum wiederholten Male am Mittwoch, 23. und Donnerstag, 24. September 2026, am Gymnasium am Oelberg und an der Petersberg Gesamtschule statt.

Grußworte zum Auftakt

Rund 500 Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen beider Schulen nahmen an der Präventionsmaßnahme teil. Zum Auftakt am Gymnasium richteten Bürgermeisterin Heike Jüngling, die Schirmherrin der Veranstaltung, und die Beigeordnete (Dezernat II) der Stadt Königswinter Frau Johnen ein Begrüßungswort an die Jugendlichen. Auch der Schulleiter des Gymnasiums Dr. Michael Fröhlich begrüßte die Teilnehmenden.

Veranstalter sind das Gymnasium am Oelberg und die Petersberg Gesamtschule der Stadt Königswinter, in Zusammenarbeit mit dem Bereich Jugendförderung aus dem Servicebereich Förderung von jungen Menschen und Familien der Stadt Königswinter.

Unterstützt wird diese Präventionsmaßnahme, die es schon seit vielen Jahren gibt, durch die Katholische Jugendagentur Bonn (Häuser der Jugend Königswinter), das Polizeipräsidium Bonn, den Kreuzbund Diözesanverband Köln e.V., Ortsgruppe Sankt Augustin und durch Udo Schäfer, ehemaliger Inhaber des Rewe-Markts Oberpleis.

Vier Stationen, viele Themen

Die Schülerinnen und Schüler besuchten die Stationen im Klassenverband. Vier Klassen liefen gleichzeitig durch die vier Angebote, und jede Klasse begann an einer anderen Station. So lernten am Ende alle Jugendlichen dieselben Themen kennen.

Spielerisch ging es beim Sucht-Quiz der Häuser der Jugend Königswinter (Katholische Jugendagentur Bonn) zu. Die Klasse testete dort, wie gut sie über die Wirkung von Alkohol, Drogen und Nikotin auf den Körper Bescheid weiß, und erweiterte dabei ihr Wissen.

Im offenen Dialog mit der Polizei standen Fachleute des Kriminalkommissariats Kriminalprävention und Opferschutz sowie der Wache Ramersdorf des Polizeipräsidiums Bonn Rede und Antwort. Im Mittelpunkt standen die Regeln für das Fahren mit E-Scootern. Die Beamtinnen und Beamten machten außerdem deutlich, welche Folgen Alkohol im Straßenverkehr hat.

Um den fairen Umgang im Netz ging es an der Station „Verletzendes Online-Verhalten“. Medienpädagogin Kristin Langer stellte den Jugendlichen die Frage, wie man richtig handelt, wenn es unfair wird. Gemeinsam sprachen sie über Beleidigungen, Ausgrenzung, Gerüchte und

Identitätsklau in Posts und Chats. Dabei blickten die Jugendlichen auch kritisch auf ihre eigene Handynutzung und Medienzeit. Sie erfuhren, wie sie Problemen vorbeugen können und wo sie bei Cybermobbing Hilfe finden.

Sehr persönlich wurde es an der Station „Selbst erfahren – Wir haben es erlebt“. Betroffene und Helfer des Kreuzbunds, Ortsgruppe Sankt Augustin, kamen hier mit den Klassen ins Gespräch. Eine Betroffene schilderte offen ihre eigene Geschichte.

Beeindruckt von so viel Mut

Theda und Johanna, zwei Schülerinnen der Klasse 8, zeigten sich sehr beeindruckt vom Mut der Betroffenen, ihre Geschichte mit so vielen fremden Jugendlichen zu teilen. Besonders gut fanden sie, dass auch Wege aus der Sucht aufgezeigt wurden und sie etwas über Selbsthilfegruppen erfahren haben.

Den Zeitpunkt der Präventionsveranstaltung halten die beiden für gut gewählt. In ihrem Alter machten viele erste Erfahrungen mit Alkohol. Deshalb sei es sehr wichtig, über die negativen Auswirkungen informiert zu werden. Nicht alle Familien seien in dieser Hinsicht gute Vorbilder.

Das Projekt „Jugend ohne Alkohol (Medien & Süchte)“ setzt damit auf Aufklärung, Austausch und persönliche Begegnungen. Es will junge Menschen stärken, sich verantwortungsvoll zu entscheiden und sich bei Problemen Hilfe zu holen. Ein besonderer Dank gilt den Organisatoren, die das Projekt sorgfältig vorbereitet und durchgeführt haben, Herrn Schmied von der Stadt Königswinter, Herrn Altmeyer und Frau Ruiz Garcia von der Gesamtschule und Herrn Halber vom Gymnasium, sowie allen Beteiligten.

HAN